Schilddrüsenprobleme beim Hund - HundePower.de

Schilddrüsenprobleme beim Hund

Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden - Das müssen Sie wissen
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Mittlerweile ist die Schilddrüse auch beim Hund ein viel diskutiertes Thema zwischen Hundetrainern, Hundehaltern und Tierärzten. Einerseits neigen viele dazu sämtliche Verhaltensprobleme beim Hund auf Sie abzuwälzen, andererseits weigert sich insbesondere die Schulmedizin einen Zusammenhang zwischen Schilddrüsenproblemen und Verhaltensauffälligkeiten zu sehen.

Natürlich gibt es auch beim Thema Schilddrüse und deren Fehlfunktion keine einfache Pauschallösung. Doch ich möchte mit meinem folgenden Artikel etwas Licht ins Dunkle bringen und einige Fakten rund um diese extrem wichtige Hormondrüse loswerden.

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Was ist die Schilddrüse?

Die Schilddrüse ist ein Organ, welches bei allen Säugetieren zu finden ist, so auch beim Hund. Sie sitzt dicht unterhalb vom Kehlkopf und produziert unterschiedliche Hormone, die so genannten Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und das Trijodthyronin (T3).

Ein weiteres Stimulationshormon (TSH) aus der Hypophyse sorgt dafür, dass die benötigte Schilddrüsenhormonmenge produziert wird. T3, T4 und TSH können anhand einer Blutauswertung ermittelt werden.

Hormone beim Hund

Nicht nur die Schilddrüsenhormone, sondern alle Hormone spielen eine wichtige Rolle für diverse Stoffwechselvorgänge im Körper des Hundes.

Unterschiedliche Krankheiten können dazu führen, dass die Schilddrüse zu wenig oder zu viel Hormone produziert. Werden zu viele Hormone produziert, spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Bildet die Schilddrüse zu wenig Hormone ist die Rede von einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Schilddrüsenprobleme beim Hund

Wie beim Menschen auch, treten ebenso bei unseren geliebten Vierbeinern in letzter Zeit vermehrt Probleme mit der Schilddrüse auf. Dabei kann es sich um eine Schilddrüsenüberfunktion oder auch eine Schilddrüsenunterfunktion beim Hund handeln.

Schilddrüsenüberfunktion beim Hund – Hyperthyreose

Beim Hund kommt, im Unterschied zur Katze, eher selten eine Schilddrüsenüberfunktion vor. Als Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion können Tumore und/oder die falsche Ernährung in Frage kommen.

Schilddrüsenüberfunktion – Symptome

Im Gegensatz zur Schilddrüsenunterfunktion tritt eine Schilddrüsenüberfunktion bei Hunden relativ selten auf. Oftmals wird eine Schilddrüsenüberfunktion sogar nur rein zufällig bei einem Blutbild entdeckt. Vielen Hunden ist auch äußerlich kaum etwas anzumerken. Nichtsdestotrotz können folgende Symptome bei einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten, allerdings sollte vorab stets eine NTI ausgeschlossen werden.

Symptome einer möglichen Schilddrüsenüberfunktion:

  • Leistungsintoleranz
  • Gewichtsverlust
  • Hyperaktivität
  • vermehrter Durst und Hunger
  • erhöhte Körpertemperatur
  • gesteigerte Aggressivität
  • Herzrhythmusstörungen
  • dauerhaft beschleunigter Puls

In den meisten Fällen ist ein lebensbedrohlicher Schilddrüsentumor für eine Überfunktion verantwortlich. (Quelle ²)

Mögliche Ursachen dafür können aber durchaus auch ernährungsbedingt sein. Bereits bei uns Menschen ist das Phänomen bekannt, dass eine Schilddrüsenüberfunktion durch den Verzehr von mit Schilddrüsenhormonen belasteten Fleisch- und Wurstwaren hervorgerufen wird. Bei Hunden werden bereits seit einiger Zeit von Tierärzten zunehmend diese Fälle von ernährungsbedingter Schilddrüsenüberfunktion beobachtet. (Quelle ³ +  ⁴)

Ernährungsbedingte Schilddrüsenüberfunktion

Ein Grund, dass die ernährungsbedingte Schilddrüsenüberfunktion immer häufiger auftritt, könnte die zunehmende Beliebtheit von hausgemachten Futter-Rationen bzw. das Barfen sein.
Sicherlich erlaubt diese Art der Fütterung eine bessere Kontrolle der Zutaten im Gegensatz zum Fertigfutter, allerdings birgt sie aber auch gewisse Risiken.

Schilddrüsenüberfunktion und Barf

Gerade beim Barfen wird oftmals preisgünstiges Stichfleisch  angeboten, was mitunter in vielen Fällen auch Schilddrüsenhormone und/oder Reste von Schilddrüsengewebe vom jeweiligen geschlachteten Tier enthält. Bei Schlachttieren sind größere Mengen an aktiven Schilddrüsenhormonen sogar entlang vom gesamten Hals bis hin zur Brust zu finden.

Daher ist es wichtig, einem Hund, der bereits Probleme mit der Schilddrüse hat, kein solches Fleisch zu füttern.

Außerdem steigt die Gefahr der gesundheitlichen Auswirkungen aufgrund der Schilddrüsenhormone, wenn das Fleisch gefrostet gelagert wird, bereits nach 24 Stunden enorm. Denn mindestens 24h im Frost gelagerte Hormone, haben stärkere gesundheitliche Auswirkungen auf den Körper. Auch nach einer späteren Erhitzung bleiben diese Hormone verstärkt aktiv. (Quelle ¹)

 

Schilddrüsenunterfunktion oder Pseudo-Fehlfunktion

Wie bereits erwähnt, muss bei Problemen mit der Schilddrüse beim Hund zwischen der „echten“ Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) und dem „Euthyroid sick syndrome“ (ESS) bzw. „Non-Thyroid Illness“ (NTI) unterschieden werden.
Wobei die klassische Hypothyreose beim Hund noch einmal unterteilt wird in die primäre, sekundäre und subklinische Schilddrüsenunterfunktion.

Primäre, Sekundäre und Subklinische Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer klassischen (primären) Schilddrüsenunterfunktion werden nicht genug Hormone produziert, was wiederum logischerweise weitreichende Auswirkungen auf alle Organsysteme hat. Wohingegen die subklinische Schilddrüsenunterfunktion eine unterschwellig, nicht offensichtliche Störung ist. Es können zahlreiche Symptome in Frage kommen.

Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

  • Juckreiz
  • Neurologische Störungen
  • Gewichtszunahme
  • Wesensveränderung
  • Wutanfälle, plötzliche Aggression
  • Apathie, Trägheit, Müdigkeit
  • Stimmungsschwankungen, Angst, Phobien
  • Kälteempfindlichkeit – niedrige Körpertemperatur
  • Verminderter Geschlechtstrieb
  • Ausbleiben der Läufigkeit
  • Abort, Unfruchtbarkeit
  • Trockenes, sprödes und stumpfes Fell – Schuppen
  • Frühes Ergrauen, Fellverlust, verzögerter Fellwechsel
  • Entzündungen, besonders Ohren
  • “tragischer” Gesichtsausdruck (Hautverdickungen im Kopfbereich)

Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion

Die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion kann eine Schilddrüsenentzündung, die durch das eigene Immunsystem verursacht wird (Autoimmun-Thyreoiditis) oder auch ein Gewebeschwund (Atrophie) vom Drüsengewebe mit unklarer Ursache sein. Eine Autoimmun-Thyreoiditis vom Hund lässt sich gut mit der Hashimoto-Erkrankung von uns Menschen vergleichen. In beiden Fällen sind die auslösenden Ursachen nicht hinreichend geklärt. Es liegen viele Theorien vor, aber es gibt so gut wie keine bestätigten Tatsachen.

Primäre Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Bei Hunden ist in der Regel in über 95 % der Fälle eine primäre Hypothyreose der Auslöser für Schilddrüsenprobleme. Besonders bei mittelgroßen und großen Hunden mittleren Alters tritt solch eine Fehlfunktion der Schilddrüse auf.

Dabei entwickelt sie sich nicht über Nacht, sondern schleichend über Monate oder sogar Jahre hinweg.

Sekundäre Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden

Die sekundäre Hypothyreose tritt beim Hund relativ selten auf (< 5 %). Es handelt sich hierbei um eine reduzierte Freisetzung von TSH aus der Hirnanhangdrüse. Ursächlich können eine “Hypophysen-hypoplasie mit hypophysärem Zwergwuchs, Trauma, Neo-plasie oder zystische Veränderungen in Frage kommen”. (Scott-Moncrieff 2015).

Was ist eine subklinische Hypothyreose beim Hund?

Die subklinische Schilddrüsenunterfunktion beim Hund ist ein ganz spezieller Fall. Es zeigen sich Verhaltensauffälligkeiten, die auf ein organisches Problem der Schilddrüse hinweisen, allerdings befinden sich die Schilddrüsenwerte  im “normalen” Referenzbereich.
Subklinisch bedeutet also viel wie „unterschwellig, nicht offensichtlich“. Diese Art der SDU kann, im Gegensatz zur primären Schilddrüsenunterfunktion, bereits in jungen Jahren auftreten.

Hier gibt es weitere Informationen zur Hypothyreose 

Behandlungsmöglichkeiten

Homöopathie bei Schilddrüsenunterfunktion

Bleibt die Schilddrüsenunterfunktion beim Hund unbehandelt, kann das schwerwiegende Folgen haben. In der Regel werden vom Tierarzt Hormon Tabletten verschrieben, aber auch die Homöopathie kann große Erfolge verzeichnen und eventuell sogar die Ursache der Schilddrüsenunterfunktion beseitigen.

Mittlerweile gibt es viele positive Erfahrungen im homöopathischen Bereich bei einer Schilddrüsenunterfunktion beim Hund.

Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Auch für eine Schilddrüsenunterfunktion können, wie bei einer Schilddrüsenüberfunktion Ernährungsfehler die Ursache sein. Ebenso tritt eine ernährungsbedingte SDU oftmals bei Hunden auf, die mit selber zusammengestellten Rationen (B.A.R.F.)  gefüttert werden.
Hier geht es dann in erster Linie um die ausreichende Versorgung mit den Spurenelementen Selen und Jod, welche beide eine zentrale Rolle bei der Bildung und Verstoffwechslung von Schilddrüsenhormonen spielen.

ESS bzw. NTI Hund – die Pseudo Schilddrüsenfehlfunktion

Es gibt noch ein anderes Phänomen zum Thema Schilddrüse und zwar die NTI

Non-Thyroid Illness

Letztendlich ist dies keine eigenständige Krankheit, sondern eine Art vorgetäuschte Schilddrüsenunterfunktion, die durch eine andere Erkrankung im Körper und/oder deswegen verabreichten Medikamenten die Produktion der Schilddrüsenhormone senken kann. Somit wird eine Unterfunktion der Schilddrüse eigentlich nur vorgetäuscht. Allerdings ist es ziemlich schwierig und auch für den Tierarzt eine echte Herausforderung eine NTI nicht mit einer Schilddrüsenunterfunktion zu verwechseln.

Oftmals wird dann einfacherweise die Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert und der Hund mit Schilddrüsenhormonen vollgepumpt, obwohl es sich eigentlich um eine NTI handelt. In den meisten Fällen wurde der Hund auch lediglich einmal labordiagnostisch untersucht und das dann zu einem unglücklichen Zeitpunkt, wo gerade die Schilddrüsenwerte durch eine andere Erkrankung oder Medikamente zu niedrig waren.
Erst eine mehrfache Untersuchung der Hormonwerte und die komplette Anamnese des Hundes können eine wirkliche Schilddrüsenunterfunktion erkennen lassen.
Daher ist es auch kein Wunder, dass es sich bei der Schilddrüsenunterfunktion beim Hund um die am meisten über diagnostizierte Erkrankung handelt.

Ursache der NTI bei Hunden

Die Ursachen einer ESS bzw. NTI müssen zwangsläufig wohl außerhalb der Schilddrüse gesucht werden. Es kommen hier in der Regel verschiedene Krankheiten, aber auch Medikamente in Frage. So können Stress und akute Infektionen genauso in Betracht kommen wie neuromuskuläre Erkrankungen, Cushing, Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
Genauso können auch Antibiotika, Kortison, Antikonvulsiva, nichtsteroidale Antiphlogistika, tricyclische Antidepressiva und viele andere Medikamente ein Pseudo-Schilddrüsenproblem auslösen.
Die genaue Diagnose ist in vielen Fällen sehr schwierig und oftmals wird einfachhalber alles gleich direkt auf die Schilddrüse geschoben.
Mehr Informationen dazu gibt es hier:

https://piturru.de/2016/wp-content/uploads/Sonderdruck-Fachpraxis-60.pdf

 

Fazit – Schilddrüsenprobleme bei Hunden:

Heutzutage kann eine Schilddrüsenunterfunktion mit den entsprechenden Tabletten und Medikamenten gut unter Kontrolle gebracht werden. Doch trotz dem die Hormone künstlich zugeführt werden, können damit nicht alle Symptome beseitigt werden. Außerdem ist die Medikation in der Regel starr und nicht optimal auf den jeweiligen Hund angepasst.
Denn die individuell ablaufende, bedarfsgerechte Produktion der Hormone im Körper ist von vielen Faktoren abhängig. Gerade auch eine Sterilisation oder Kastration beim Hund oder Hündin kann weitreichende hormonelle Komplikationen mit sich bringen. Auch die “Kastration auf Probe” mit den immer beliebter werdenden Hormonchip könnte ein Gefahr darstellen und den kompletten Hormonhaushalt durcheinander bringen. So können nicht nur Schilddrüsenprobleme entstehen, sondern auch andere Krankheiten wie z. B. das Cushing-Syndrom, Cortisolüberproduktion, Nierenprobleme, Morbus Cushing, Diabetes mellitus uvm.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Hund mit Hypothyreose wohl ein Leben lang krank bleibt und so viel von seiner Lebensqualität einbüßen kann.
Allerdings kann eine homöopathische Behandlung und/oder Bioresonanztherapie in Kombination mit einer Ernährungsumstellung wahre Wunder bewirken.

Trockenfutter sollte beim Hund mit einer Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenüberfunktion auf keinen Fall gefüttert werden. Auch selbst zubereitetes Hundefutter bzw. Barf kann gerade bei Hunden mit einer Schilddrüsenüberfunktion schwerwiegende Folgen haben.
Besser ist es ein natürliches und ausgewogenes Nassfutter für Hunde zu füttern.
Meine Empfehlung lautet hier voll und ganz:
Anifit Hundefutter

Auch sollte nicht immer pauschal die Schilddrüse für sämtliche Verhaltensauffälligkeiten beim Hund verantwortlich gemacht werden.
Allein das Gesamtpaket aus Verhalten, Schilddrüsenwerten und sämtlichen Symptomen mit einer gründlichen Anamnese erlauben eine letztendliche Beurteilung.
Aussagen, dass jeder Hund im unteren Drittel des Normbereichs behandelt werden muss, sollten sorgfältig geprüft und auf die jeweilige Situation angepasst werden.

 

Quellenangaben:

  • ¹ – CUNNINGHAM, R. H. (1898) Experimental hyperthyroidism. Journal of Experimental Medicine 3, 147-243
  • ² – Mooney CT. Canine hyperthyroidism. In: Mooney CT, Peterson ME, eds. BSAVA Manual of Canine and Feline Endocrinology, Fourth ed. Quedgeley, Gloucester: British Small Animal Veterinary Association; 2012:86-91
  • ³ – Hendriks L.E.L., Looij B.J. (2010). Hyperthyroidism caused by excessive consumption of sausages. The Netherlands Journal of Medicine 68, 135-137
  •  ⁴ –  Hedberg C.W., Fishbein D.B., Janssen R.S., Meyers B., McMillen J.M., MacDonald K.L., White K.E., Huss L.J., Hurwitz E.S., Farhie J.R. (1987). An outbreak of thyrotoxicosis caused by the consumption of bovine thyroid gland in ground beef. The New England Journal of Medicine 316, 993-998