Magendrehung beim Hund

Magendrehung beim Hund

Eine Magendrehung beim Hund gehört mit Sicherheit zu den Top 3 der am meist gefürchtetsten Erkrankungen – gleich nach Krebs und Herzerkrankungen.

Kein Wunder, denn eine nicht sofort behandelte Magendrehung steht ebenfalls ganz oben auf der Liste möglicher Todesursachen beim Hund. Nicht ohne Grund fürchten sich viele Hundebesitzer vor einer Magendrehung bei Ihrem Liebling.

Magendrehung, wie vorbeugen und nachsorgen? Unsere Experten beraten Sie und Ihren Hund gerne, um eine schnelle Lösung zu finden. Schreiben Sie uns eine E-Mail an info@hundepower.de oder nutzen Sie das Kontaktformular.

Selbst eine sofortige klinische Behandlung ist keine Garantie für das Überleben des Hundes. Besonders größere Hunderassen sind in der Regel öfter von solch einer Magendrehung betroffen.
Doch soweit muss es erst gar nicht kommen! Die richtige Ernährung und einige hilfreiche Tipps helfen, der Magendrehung vorzubeugen.

Was ist eine Magendrehung beim Hund?

Der Magen vom Hund dreht sich bei einer Magendrehung (Torsio ventriculi) um die Längsachse. Dadurch wird der Mageneingang und -ausgang abgeschnürt, was dazu führt, dass im Magen entstehende Gase nicht entweichen können. Demzufolge bläht sich der Magen immer mehr auf und wird stark gedehnt und hart.

Weiterhin werden durch die Verdrehung größere Blutgefäße abgeschnürt, was eine Sauerstoff Unterversorgung vom Magen und anderen Organen zur Folge hat. Wird nicht sofort gehandelt, stirbt das betroffene Gewebe im schlimmsten Fall ab, was in den meisten Fällen den Tod des Hundes bedeuten kann.

Häufige Ursachen einer Magendrehung bei Hunden

Die Ursache einer Magendrehung kann vielfältig sein. Festgestellt wurde bereits in diversen Studien¹, dass insbesondere die einmal tägliche Fütterung mit Trockenfutter das Risiko einer Magendrehung um ein Vielfaches erhöht.

Auch weisen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse darauf hin, dass die Zusammensetzung des Hundefutters Einfluss auf eine Magendrehung haben kann. So soll zuviel zugesetztes Kalzium die Verdauung verlangsamen und demzufolge bleibt das Futter länger im Magen.

Ein weiterer Risikofaktor ist auch die jeweilige Hunderasse und ihre spezielle Anatomie. So sind insbesondere große Rassen wie Weimaraner, Dobermann, Bassets, Irish & Gordon Setter sowie die Deutsche Dogge aufgrund ihrer Körperform besonders anfällig für eine Magendrehung.

Gerade diese Hunde weisen im Vergleich zum Bauchumfang eine tiefe Brust auf, wodurch eine stärkere Beweglichkeit vom Magen im Bauchraum gegeben und somit das Risiko einer Verlagerung der Organe erhöht ist.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass größere Hunde vermehrt an einer Magendrehung erkranken, weil gerade sie, aufgrund des Kostenfaktors, vermehrt Trockenfutter bekommen?

Doch auch ein großer Hund kann artgerecht mit gesundem Nassfutter in Kombination mit der Zugabe von Flocken, Kartoffeln oder Reis gefüttert werden.

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Obwohl eine Magendrehung bei kleineren Hunden seltener auftritt, können auch sie durchaus davon betroffen sein. Auch ältere Hunde sind öfter von einer Magendrehung betroffen. Weiterhin kann Stress und Futter schlingen eine Magendrehung fördern. Ein Antischlingnapf für Hunde könnte hier Abhilfe schaffen.

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Wie bereits kurz erwähnt, spielt bei einer Magendrehung auch die Größe und Art der Mahlzeit des Hundes eine entscheidende Rolle. Häufig treten Magendrehungen nach großen Mahlzeiten auf. Weiterhin können ausgiebiges Herumtollen, Spielen und enorme Bewegung direkt nach der Futteraufnahme eine Magendrehung begünstigen. Daher sollte dem Hund nach der Nahrungsaufnahme etwas Ruhe gegönnt werden.

Wann kann ein Hund eine Magendrehung bekommen?

  • Futterart – ein hoher Anteil von Kohlenhydraten insbesondere im Trockenfutter, sowie zu einseitige Ernährung verdreifachen das Risiko einer Magendrehung
  • Zu stark zerkleinertes Futter – gewolftes Fleisch
  • Futtermenge – eine große Futterportion verdoppelt das Risiko der Magendrehung
  • Futterqualität – eine große Anzahl von Gas produzierenden Bakterien im Futter wirken sich ungünstig aus
  • Fressverhalten – zu schnelle Futteraufnahme / Schlingen
  • Ernährungszustand – Untergewicht erhöht das Risiko einer Magendrehung
  • Rasse – Riesenrassen haben ein dreifach höheres Risiko, Rassehunde ein 2,5faches
  • Körpergröße – Hunde mit großer Brusttiefe und große Hunde sind öfter betroffen
  • Veranlagung – negative Auswirkung bei familiärem Vorkommen der Erkrankung
  • Temperament – lebhafte und ängstliche Hunde erkranken mehr
  • Alter – ältere Hunde haben ein erhöhtes Risiko
  • Gemütszustand – Stress kann sich negativ auswirken
Merke: Bisher konnte allerdings eine eindeutige Ursache der Magendrehung noch nicht ausfindig gemacht werden!

Die Magendrehung beim Hund erkennen

Da eine Magendrehung für den Hund lebensbedrohlich sein kann, sollten Sie als Hundebesitzer die Symptome einer Magendrehung kennen. So können Sie im Notfall schnell handeln und den Tierarzt kontaktieren.

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Symptome bei einer Magendrehung

Wie bereits beschrieben, gast sich der Magen bei einer Magendrehung auf, so dass der Bauchumfang dann direkt hinter den Rippen zunimmt. Auch starke Unruhe, heftiges Würgen ohne Erbrechen und extremes Hecheln können Anzeichen einer Magendrehung sein. Auch wird der Kreislauf vom Hund geschwächt, wenn über längere Zeit die Gefäße im Bauchraum abgeschnürt werden. Dadurch nimmt die Schädigung der Magenwand zu und letztendlich ist der betroffene Hund kaum mehr ansprechbar und liegt apathisch rum.

OP bei Hund mit Magendrehung

OP bei Hund mit Magendrehung

Weiterhin kann die Magenwand durch die starke Drehung reißen. So gelangt der Mageninhalt und die Magensäure in die Bauchhöhle, was akute Lebensgefahr für den Hund bedeutet. Des Weiteren führen die Gefäß Abschnürungen unweigerlich zum Herzversagen, wenn nicht schnell gehandelt wird.

Daher ist es im Fall einer Magendrehung extrem wichtig, sofort zum Tierarzt oder am besten sogar gleich in eine Tierklinik zu fahren! Denn bei einer Magendrehung beim Hund ist eine OP grundsätzlich nötig und unumgänglich, um den Magen wieder in die richtige Lage zu bringen.

Eine Magendrehung beim Welpen erkennen

Wann und ab welchem Alter eine Magendrehung auftritt, lässt sich pauschal nicht so einfach sagen! Es kommt immer auf die jeweilige Situation und den Hund an. Das Gerücht, daß eine Magendrehung bei Welpen nie auftritt, stimmt leider auch nicht! Es ist durchaus möglich, dass auch Welpen eine Magendrehung bekommen und sogar daran sterben.

Magendrehung bei kleinen Hunderassen

Wie bei Welpen, kann eine Magendrehung auch bei kleinen Hunden vorkommen. Auch bei kleinen Hunden ist die Überlebenschance bei einer fortgeschrittenen Magendrehung eher gering. Wie viel Zeit dem Hund noch bleibt, lässt sich so nicht pauschal sagen.

Am Besten ist es, bei Verdacht auf eine Magendrehung und den dazugehörigen Symptomen sofort zum Tierarzt zu fahren und keine Zeit zu verlieren! Dabei ist es egal, ob es sich um Welpen, kleine, große oder ältere Hunde handelt.

Auch die entsprechende Nachsorge ist bei einer erfolgreich behandelten Magendrehung wichtig.

Ersparen Sie Ihrem Liebling dieses Risiko und beugen Sie vor! Artgerechtes Nassfutter und mehrmalige, tägliche Fütterung sowie ausreichend Ruhe nach dem Fressen minimieren das Risiko einer Magendrehung!

Hund vor Magendrehung schützen

Um eine Magendrehung beim Hund vorbeugen bzw. vermeiden zu können, gibt es einige hilfreiche Tipps. Manche Risikofaktoren wie das Alter, die Genetik oder das Temperament lassen sich natürlich nicht beeinflussen. Jedoch können Sie mit der richtigen Fütterungstechnik und Futterart das Risiko einer Magendrehung minimieren.

So sollte das Futter nicht zu stark zerkleinert (gewolft) oder zu sehr gekocht und hygienisch einwandfrei sein. Das Hundefutter sollte nicht unnötig viel Kalzium enthalten. Auch der Kohlenhydrat- und Rohascheanteil sollte gering sein und das Futter im Magen nicht aufquellen.

Ernährung nach einer Magendrehung

Nicht nur die Qualität des Hundefutters ist entscheidend, sondern auch der Zustand. Aus Liebe zum Tier sollte eigentlich generell komplett auf Trockenfutter verzichtet werden!
Zum Einen fördert die Gabe von Trockenfutter die Wasseraufnahme, aber auch Hunde mit leerem Magen, die zu viel Wasser getrunken haben, erlitten bereits eine Magendrehung.

Selbst die These, dass langes Einweichen eine Magendrehung verhindert, stimmt in keinster Weise. Vielmehr können sich auf lange eingeweichtem Trockenfutter zusätzlich noch Bakterien bilden, die dann zu einer vermehrten Gasbildung im Magen führen.

Magendrehung Risikofaktor Trockenfutter

Magendrehung Risikofaktor Trockenfutter

In mehreren Studien wurde bereits bewiesen, dass gerade Trockenfutter eine höhere Wahrscheinlichkeit einer Magendrehung hervorruft als anderes Futter. Denn wird der Magen mit herkömmlichen trockenem Futter aufgefüllt, quillt dieses auf. Zwangsläufig wird das Magenvolumen vergrößert und das höhere Gewicht dehnt die Bänder. Somit wird das Risiko einer Magendrehung erhöht.

Außerdem verstärkt, die durch Trockenfutter erzeugte, höhere Wasseraufnahme diesen Effekt. Untersuchungen zu Folge haben Hunde, die regelmäßig Trockenfutter erhalten, einen wesentlich größeren Magen im Gegensatz zu den Hunden die Nassfutter oder Hausmannskost bekommen. Noch dazu hemmt Trockenfutter sowie Futter mit hohen Rohascheanteilen die Magensäureproduktion.⁴

Was wiederum zur Folge hat, dass die gasbildende Bakterien nicht mehr so effizient abgetötet werden können. Demnach sollte Trockenfutter auf jeden Fall vom Speiseplan gestrichen werden.

Hunde Trockenfutter Selbsttest: Geben Sie Ihr Trockenfutter für mindestens 1 Stunde in ein Glas Wasser. Was können Sie beobachten? Sicherlich tritt ein ähnlicher Effekt auf wie bei einem Gummibärchen im Wasserglas.

Aber auch gewolftes Hundefutter (also stark zerkleinertes Futter) hat durchaus negative Auswirkungen. Es nimmt im Magen eine breiartige Konsistenz an. Dadurch kann gewolltes Hundefutter schlechter mit Magensäure durchtränkt werden als beispielsweise Fleischstücken. Weiterhin ist bei stark zerkleinertem Fleisch das Risiko der Bakterienbelastung mehr gegeben – vergleichbar mit Hackfleisch, was ja auch anfälliger ist als Fleisch am Stück!

Um Ihren Hund optimal zu versorgen und gesund zu ernähren sollten Sie auf jeden Fall Natürliches Nassfutter mit einem hohen Fleischanteil ohne irgendwelche Konservierungsstoffe und dergleichen füttern oder richtig Barfen.

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Gründe für artgerechtes Nassfutter / Barf

Die Fütterung von Fleisch senkt das Risiko um 59 % (im Vergleich zu Trockenfutter)²
Die Fütterung von Nassfutter senkt das Risiko um 28 % (im Vergleich zu Trockenfutter)³
Die Fütterung verschiedener Futterkomponenten senkt das Risiko deutlich – man sollte also auf keinen Fall dauerhaft nur eine Fleischquelle verwenden, sondern abwechslungsreich füttern

Weitere wichtige Informationen zum Thema Magendrehung und Ernährung sind hier zu finden http://www.hundeausbildung-boeker.de/images/ernaehrung/magendrehungsstudie.pdf

Das Leben nach der Magendrehung

Das Leben nach einer Magendrehung ist für die meisten Hundebesitzer mit Sicherheit nicht mehr wie davor! Denn wer einmal solch eine Magendrehung bei seinem Hund miterlebt oder eventuell seinen Liebling dadurch verloren hat, sieht diese furchtbare Erkrankung noch einmal mit anderen Augen.

Daher ist es umso wichtiger, die bestmöglichsten Vorbereitungen zu treffen, damit es erst gar nicht zu einer Magendrehung kommen kann. Natürlich bieten all diese Dinge keinen 100% Schutz vor einer Magendrehung, aber das Risiko kann damit durchaus minimiert werden.

Welches Futter nach Magendrehung OP?

Nach einer überstandenen Magendrehung Operation ist der Hund nicht wieder gleich vollkommen hergestellt! Nach der gelungenen OP ist die Schonung des Verdauungstraktes und besonders vom Magen extrem wichtig. Es kann mitunter sehr lange dauern, bis der Magen wieder vollkommen normal funktioniert.

Daher sollten Sie über einen längeren Zeitraum (mindestens aber 14 Tage) Schonkost füttern und dem gesamten Organismus vom Hund genug Zeit geben, sich wieder voll zu regenerieren.

Meine Futter-Empfehlung speziell für einen empfindlichen Magen: Anifit Schonkost Huhn und Reis

Zusammenfassung und Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass wohl kein Hund vor einer Magendrehung geschützt ist. Es kann große, aber auch kleine Hunde treffen, Senioren als auch Welpen. Die genaue Ursache ist bislang noch nicht bekannt, aber es gibt einige Faktoren, die eine Magendrehung begünstigen können.

Versuchen Sie diese Risikofaktoren bereits im Vorfeld zu unterbinden, aber bitte machen Sie sich nicht verrückt! Falls es doch zu einer Magendrehung beim Hund kommen sollte, ist es sehr hilfreich die Symptome zu kennen und vor allem im Ernstfall schnell zu handeln.

² und ³ – Glickman LT, Glickman NW, Schellenberg NW (1997): Multiple risk factors for the gastric dilatation-volvulus syndrome in dogs: a practitioner/owner case-control study. J Am Anim Hosp Assoc.
⁴ – Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 25.


Magendrehung, wie vorbeugen und nachsorgen?