Analdrüsen beim Hund

Meistens werden die Analdrüsen beim Hund erst vermerkt, wenn sie Probleme bereiten. Normalerweise dienen sie zur Markierung und geruchlichen Kommunikation mit anderen Hunden. Doch mitunter können die Analdrüsen auch massive Probleme bereiten. Eine Analdrüsenentzündung oder Analbeutelerkrankung beim Hund ist mittlerweile eine verbreitete Erscheinung und wird stetig mehr. Vor allem kleinere Hunderassen sind oft davon betroffen.

  1. Doch wie geht man mit einer Analbeutelentzündung richtig um?
  2. Sollten die Analdrüsen regelmäßig wie oft entleert werden und wie funktioniert das?
  3. Wie kann eine Analdrüsenentzündung verhindert werden?
  4. Warum verstopfen und entzünden sich Analdrüsen beim Hund eigentlich?
  5. Diese und noch mehr Fragen möchte ich in meinem Artikel beantworten.

Was und wo sind Analdrüsen beim Hund?

Wo befinden sich die Analdrüsen?

Die Analbeutel sind beim Hund, aber auch bei Katzen, an beiden Seiten des Afters zu finden. Es sind zwei sackartige, etwa haselnussgroße Hohlräume an dessen Wände sich eine Vielzahl von Drüsen befinden, die dem Hund zur Duft- und Reviermarkierung dienen. Die Analdrüsen sind sozusagen die Visitenkarte des Hundes.

Die Drüsen produzieren ein fettiges, talgähnliches, bräunliches und stark übelriechendes Sekret. Dieses Analdrüsensekret wird Normalfall beim Kot absetzen durch den Druck des Schließmuskels auf die Analbeutel ausgeschieden und überzieht den Stuhl. Die Hunde nehmen diesen Duft dann beim Beschnuppern wahr.

Mitunter entleeren Hunde ihre Analbeutel auch reflexartig in extremen Streß Situationen (Schreck, Aufregung usw.)

Was sind Analbeutel bzw. die Analdrüsen?

Analdrüsen sind ein sehr gutes Beispiel dafür, dass manche Erkrankungen überflüssig und zivilisationsbedingt erst entstanden sind. Denn ich denke, dass einem Wolf mit Sicherheit noch nie die Analdrüsen ausgedrückt wurden bzw. er unter einer Analbeutelentzündung gelitten hat.

Aber zurück zum Thema. Normalerweise tun die Analdrüsen beim Hund brav ihre Arbeit am Ende vom Dickdarm und geben dem Kot ein Revier makierenden Geruch. Der Anus weitet sich beim Kot absetzen und der Schließmuskel drückt dabei kleinere Mengen von dem Analdrüsensekret heraus. Es kommt zwangsläufig zu einer Verstopfung, wenn dieser Ablauf gestört ist und das Sekret nicht selbstständig abgesetzt werden kann, da es der Hundeorganismus ständig weiter produziert.

Denn die Analdrüsen können nur ordnungsgemäß funktionieren, wenn der Darm genug Kraft und Durchblutung an sie abgibt. Ständiger Durchfall, zu weicher Kot und falsche Ernährung können zunächst zu einer Analdrüsenverstopfung führen, die sich auch schnell zu einer Entzündung entwickeln kann.

Analdrüsenverstopfung und Analdrüsenentzündung

Wie bereits beschrieben, kommt es anfangs zu einer Verstopfung der Analdrüsen, wenn das Analdrüsensekret nicht richtig abgesetzt werden kann. Das passiert in der Regel wenn der Hund öfter an Durchfall leidet oder generell zu weichen Stuhlgang hat. Denn dadurch weitet sich der Anus weniger und der Druck auf die Analdrüsen vermindert sich, wodurch eben das Sekret nicht oder nicht richtig abgesetzt werden kann. So kommt es zu einer Analdrüsenweitung und anschließender Verstopfung. Damit stellen die Analdrüsen auch einen idealen Bakterienherd dar. Werden die verstopften Analdrüsen nun nicht manuell vom Halter oder Tierarzt ausgedrückt, können sich die Bakterien weiter ausbreiten und eine Analdrüsenentzündung ist die Folge.

Wie vorbeugen?

Eine Analdrüsenverstopfung kann nicht nur aufgrund von Durchfall entstehen, sondern auch durch zu weichen Kot. Leidet der Hund öfter an einer Analbeutelverstopfung oder sogar Entzündung, dann sollt auf jeden Fall die Ernährung genau unter die Lupe genommen werden! Denn ein ständiges Ausdrücken der Analdrüsen lindert zwar kurzzeitig die Beschwerden, setzt aber auch mitunter einen Teufelskreis in Bewegung und bekämpft auch nicht die Ursache!

Besonders im Trockenfutter ist der Anteil an unverdaulichen Eiweißen und Kohlenhydraten extrem hoch, was mitunter zu weichem Stuhlgang führt. Durch eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit artgerechtem Hundefutter lässt sich dieses Problem schnell in den Griff bekommen und schon bald könnte die ständige Analbeutelverstopfung der Vergangenheit angehören!

Wie erkennt man verstopfte Analdrüsen beim Hund?

Es gibt verschiedene Anzeichen für verstopfte Analdrüsen beim Hund. Sicherlich ist es auch von Hund zu Hund unterschiedlich. Die wichtigsten Anzeichen, dass die Analbeutel verstopft sein könnten, sind wohl:

  • Seltsamer Geruch
  • ständiges Lecken vom Analbereich
  • Beule oder Schwellung am Hintern

  • komischer Gang / Hintern wackeln
  • fremde Hunde riechen verstärkt am After
  • ständiges Häufchen zurückhalten

Wie drückt man Analdrüsen beim Hund aus?

Das ständige Ausdrücken der Analdrüsen beim Tierarzt kann ganz schön ins Geld gehen. Die Tierarzt Kosten für das Ausdrücken der Analdrüse beim Hund variieren, je nach Schweregrad. Die Analdrüsen selber auszudrücken wäre eine Option, denn letztendlich ist es garnicht so schwer.

Anleitung: Analdrüsen selber ausdrücken

Wer es probieren möchte, findet hier eine kurze Anleitung, um die Analdrüsen beim Hund selber zu entleeren.

Analdrüse selber ausdrücken

Anschauen

Analdrüse beim Hund ausdrücken wie oft?

Zu beachten gilt allerdings, dass zu häufiges ausdrücken der Analdrüsen nicht prophylaktisch ist, sondern sogar kontraproduktiv wirkt. Es ist nämlich so, dass je öfter die Analdrüsen entleert werden, desto mehr wird das Sekret vom Hund nachproduziert.

Es entsteht also ein Teufelskreis!

Achtung: Das Ausdrücken der Analdrüsen sollte nur eine Art Notlösung darstellen! Wichtig ist die Ursache zu bekämpfen. Denn es muss erst garnicht soweit kommen, wenn einer Analbeutelverstopfung rechtzeitig vorgebeugt wird.

Meine Empfehlung bei Analbeutelverstopfung:

Anifit Nassfutter Gockel´s Duett und Powerdarm

Analdrüsenentzündung beim Hund

Wie bereits erwähnt, folgt der nicht behandelten Analdrüsenverstopfung in der Regel eine Analdrüsenentzündung, wobei insbesondere kleinere Rassen wie beispielsweise Beagle oder Spaniel und Zwergrassen z.B. Chihuahua, Malteser usw. öfter davon betroffen sind als größere Hunderassen.

Aber auch eine gesteigerte Drüsenfunktion, Allergien, mögliche Krankheiten, die Gabe von Medikamenten oder eine Übersäuerung der Dickdarmflora und die gleichzeitige Überschwemmung der Analdrüsen mit Toxinen und Säuren kann zu einer Analdrüsenentzündung führen. Denn das Drüsensekret verdickt sich und wird zäh, so dass es nicht mehr von allein abgegeben werden kann. Spätestens jetzt sollte gehandelt werden, damit sich das Sekret verflüssigen und wieder erholen kann. Eine Futterumstellung reicht in den meisten Fällen schon aus!

Achtung: Das Gerücht, das sogenannte „Schlittenfahren“ (auf dem Hintern rutschen) käme von zu vollen Analdrüsen oder Würmern, ist meist unbegründet. Auf dem Popo (und somit auf den gespannten Drüsen) zu rutschen, würde viel zu viel Schmerz erzeugen!

Wer schon einmal einen entzündeten Pickel berührt oder sogar daran gerieben hat, weiß wovon ich rede 🙂 Die Ursache vom “Schlitten fahren” ist vielmehr in der Säurebelastung der Afterschleimhaut zu suchen, welche eben so juckt, daß eine mechanische Reibung Linderung bringen kann. Darum bitte nicht immer gleich die Analdrüsen verdächtigen und eventuell sogar nur rein prophylaktisch entleeren lassen.

Analdrüsenentzündung Hund Behandlung

Die Analdrüsen beim Hund operativ entfernen lassen, ist wohl ein Gedanke, der betroffenen Hundebesitzern vielleicht schon einmal in den Sinn gekommen ist. Allerdings ist das Entfernen der Analdrüsen nicht zu empfehlen! Es ist nicht nur eine sehr schwierige Operation mit meist langer Nachbehandlung und langer Abheilung, sondern auch mit anderen Risiken verbunden.

Verstopften Analdrüsen beim Hund vorbeugen

Auch das ständige Ausdrücken der Analbeutel ist, wie bereits weiter oben beschrieben, keine Dauerlösung! Vielmehr lässt sich verstopften oder entzündeten Analdrüsen auch auf natürlicher Art und Weise vorbeugen. So kann bereits eine Darmaufbaukur, die Futterumstellung in Kombination mit homöopathischen Mitteln und/oder alten Hausmitteln schnelle Linderung schaffen.

Hunde Ernährung bei Analdrüsen Probleme

Am Wichtigsten ist es zunächst, das Futter bei einer ständigen Analdrüsenverstopfung umzustellen. Ziel ist es, den Kot fester zu bekommen, damit sich die Analdrüse beim Hund in Zukunft von selbst entleert und es zu keine Verstopfung kommen kann.

Meine Empfehlung lautet: Anifit Nassfutter Gockel´s Duett gleich mit Darmsanierung inklusive!
Bild

Sind die pflanzlichen Anteile im Hundefutter zu hoch, kann zu weicher und oft auch recht voluminöser Kot ein Hinweis darauf sein. Dies ist sehr oft im Industriefutter der Fall! Wenn also Getreide, Mais und Co. an erster Stelle auf der Zutatenliste steht, sollte so schnell wie möglich eine Futterumstellung stattfinden. Der genaue und prüfende Blick auf die Futterverpackung kann da schnell Gewissheit schaffen.

Merke: Weicher Kot (dabei muss es sich nicht um Durchfall handeln, sondern um generell und bereits langjährigen weichen Stuhlgang) und ständig verstopfte oder entzündete Analdrüsen können mit der richtigen Ernährung in der Regel in den Griff bekommen werden!

Darmkur beim Hund zur Vorbeugung

Zur Vorbeugung, aber auch zur Erholung der Analdrüsen beim Hund empfiehlt sich eine Darmaufbaukur von mindestens 3 Wochen zur Aktivierung und Stärkung der Dickdarm Flora.

Bild und Verlinkung Anifit Powerdarm

Zusätzlich sollten die freigesetzten Gifte und Säure mit Hilfe von Algen (am Besten Chlorella) gebunden werden, damit sie anschließend auf direktem Weg vom Organismus des Hundes ausgeschieden werden können. Geschieht das nicht, kann es sein, dass der Hund weiterhin oder sogar noch mehr übersäuert ist und es mit Brechreiz oder ständigem, starkem Durchfall dankt.
Weiterhin hilft Traubenkernöl den Darmwand-Zellstoffwechsel zu dynamisieren und auch Bierhefe aktiviert die Dickdarm Flora auf natürliche Weise.

Analdrüsen beim Hund Homöopathie

Die Gabe von Globulis und anderen homöopathischen Mitteln sollte in Absprache mit dem Tierarzt oder einem Tierheilpraktiker erfolgen. Alte natürliche Hausmittel und auch die Homöopathie können bei Analdrüsenproblemen wahre Wunder bewirken und stärken gleichzeitig das Immunsystem, so dass es in Zukunft eventuell erst garnicht zu Analdrüsenverstopfungen bzw. Entzündungen kommt.

GlobuliSymptome
Agaricus- heftiger und unerträglicher Juckreiz

- kratzen und lecken am Hinterteil

- keine äußeren sichtbaren Entzündungszeichen erkennbar

- empfindlichste Stelle in der Hinterkopf-Rute-Linie
Aesculus- Rötung und Reizung des Afters und Umgebung

- wunder und schmerzender Anus

- kein Abszess vorhanden
Calcium sulfuricum
- ständig eiternde Analdrüsen

- Übergang zur Fistelbildung erkennbar

- besonders bei älteren Hunden geeignet

- gelbes, dickes, eitriges und klumpiges Sekret
Causticum- Juckreiz am Anus

- ständig wiederkehrende entzündete Analbeutel (chronisch)

- zähes Sekret
Hepar sulfuris- stark eiternde Analbeutelentzündung

- Analbeutelabszess

- starke Schmerzen mit der Angst, berührt zu werden

- Verschlechterung durch Kälte

- Verbesserung bei Wärme

- oft auch in Verbindung mit Fieber
Mercurius solubilis- ätzende Sekrete, die den After wund machen

- heftiger Juckreiz

- Entzündung hat die Tendenz, in Eiterung überzugehen

- mögliche Fistelbildungen

- Verschlimmerung Nachts und bei Wärme
Silicea- Entzündung oder Abszess heilt nicht ab

- Fistelbildung (Verbindung zwischen einem Organ und der Körperoberfläche)

- ständig wiederkehrende Analdrüsenentzündung mit Abszessbildungstendenz

Fazit Analdrüsen beim Hund

Abschließend lässt sich feststellen, dass verstopfte oder entzündete Analdrüsen wohl zu den neuen Zivilisationskrankheiten unsere Hunde gehören und mit einer (darm)gesunden Ernährung oftmals bald der Vergangenheit angehören. Das manuelle Entleeren der Analbeutel sollte nur im Notfall geschehen und nicht zur Dauerlösung werden. Wichtig ist die Ursache zu finden!

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