Zecken beim Hund – Eine Plage mit vielen Krankheiten

Zecken beim Hund sind ein sehr leidiges und ständiges Thema für viele Hundebesitzer. Diese Quälgeister sind nicht nur für unsere geliebten Fellnasen gefährlich, sondern auch für uns Menschen. Zecken können viele verschiedene Krankheiten auf Mensch und Tier übertragen, sind extrem lästig und äußerst widerstandsfähig.

Zeckenbiss beim Hund

Viele Hundebesitzer kennen es aus eigener Erfahrung. Hunde begeben sich aufgrund ihres natürlichen Bewegungsdrangs und ihrer Neugier fast täglich ins gefährliche Zeckenterrain. Es gibt ja hier auch sehr viel zu entdecken und zu erschnüffeln, da sind befestigte Wege eher langweilig.

Im hohen Gras, am Wald -und Wegesrand, auf Lichtungen, an Flussufern oder auch in Büschen fühlen sich diese Plagen am wohlsten! Nicht nur auf dem Land, sondern auch in die Stadt sind Zecken mittlerweile zuhause. Eigentlich überall dort, wo Tierbesitzer Gassi gehen, lauert die Zeckengefahr!

Ab etwa 7 Grad kommen die Quälgeister jedes Jahr aufs Neue aus ihren Verstecken und infizieren jährlich tausende Hunde, Katzen und Menschen mit gefährlichen Krankheiten. Besonders feuchtes Wetter mögen Zecken am liebsten!

Jeder Ausflug und jeder Spaziergang birgt also das Risiko von einer Zecke gestochen zu werden. Wer hier nicht rechtzeitig vorsorgt, hat oft das Nachsehen! Das bedeutet also, frühzeitig mit dem Zeckenschutz zu beginnen, um die Hunde und auch sich selber ausreichend zu schützen.

Aber warum sind einige Hunde von Zeckenbissen garnicht oder kaum betroffen und andere hingegen wirken wie Magnete auf die unliebsamen Gesellen und werden ständig gestochen?

Warum stechen Zecken Hunde?

Oft wird in Verbindung mit einer Zecke von einem Zeckenbiss geredet. Wenn sich so lange an einem Wirt festgesaugt wird, liegt es nahe von einem Biss auszugehen. Doch Zecken beißen nicht, sie stechen! Also heißt es richtig eigentlich Zeckenstich. Doch ganz abgesehen davon, übertragen diese kleinen Blutsauger gefährliche Krankheiten für Mensch und Tier.

Warum werden aber einige Hunde ständig von Zecken geplagt und andere widerrum kaum bis garnicht? Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit liegt es nicht an den herkömmlichen chemischen Zeckenmitteln, wie zum Beispiel die diversen im Handel erhältlichen Spot On Präparate.

Diese Mittel schaden den Hund wohl eher, als das sie nutzen. Außerdem sind viele Zecken mittlerweile sogar immun gegen die chemischen Wirkstoffe. Aber dazu später noch mehr…

Die Zecke sucht sich ihren Wirt ganz genau aus! Dafür besitzt sie das so genannte Hallersche Organ (Haller-Organ wurde benannt nach dem deutschen Apotheker G. Haller, 1853-86). Diese Art Riechorgan befindet sich an den Vorderbeinen der Zecke und dient dazu, chemische Verbindungen wahrzunehmen, um so festzustellen, dass sich ein potenzieller Wirt eingefunden hat.

Dabei reagiert die Zecke besonders auf Milchsäure, Buttersäure, Kohlendioxid und Ammoniak, welches alles Stoffe sind, die der Organismus produziert. Die jeweilige Höhe und Ausschüttung hängt dabei von vielen Dingen ab. Festgestellt wurde jedoch, dass alle diese Stoffe vermehrt erhöht entstehen, wenn der Stoffwechsel nicht richtig funktioniert bzw. die Lebensweise nicht optimal
ist.¹

  • Zuviel Ammoniak entsteht, durch eine Entgiftungsstörung der Leber.
  • Wenn der Organismus durch falsche Ernährung und Schadstoffe, Gifte ect. übersäuert ist, wird vermehrt Kohlendioxid gebildet.
  • Milchsäure ist ein Abfallprodukt der Übersäuerung
  • Auch die Höhe der Buttersäureproduktion hängt davon ab, ob ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt vorhanden ist. Buttersäure ist übrigens ein Bestandteil des Körperschweisses.

Säure Basen Haushalt beim Hund

In sehr hohem Maß hängt der Säure Basen Haushalt vom Hund von der jeweiligen Ernährung und den gefütterten Zusatzmitteln ab. Ein gesunder tierischer Säure Basen Haushalt liegt in einem basischen Bereich von 7,35 – 7,45. Festgestellt wurde bereits, dass Krankheiten in solch einem basischen Milieu normalerweise nicht entstehen können.

Krankheitserreger wie zum Beispiel Pilze, Bakterien, Viren, Keime oder Parasiten nur in einem sauren Milieu perfekte Lebensbedingungen finden und sich ausbreiten können.

Folglich dürfte ein gesunder Hund mit einem optimalen Säure Basenhaushalt und einem gesunden Immunsystem selbst bei einem Zeckenstich mit einer infizierten Zecke nicht erkranken. Gesetz dem Fall, er würde überhaupt von jener Zecke gestochen werden, da dieser Hund theoretisch (wie wir bereits erfahren haben) keinerlei Anziehung auf den Blutsauger ausüben sollte.

Im Gegenzug wird nun auch deutlich, dass der Einsatz chemischer Zeckenmittel nach hinten losgehen kann. Denn durch den Einsatz dieser chemischen Behandlungen sorgt man eigentlich dafür, den Hund für die Zecke noch attraktiver zu machen.

Zum Einen schwächen chemische Zeckenmittel die körpereigene Immunabwehr und der Organismus wird durch wiederholte Anwendungen langfristig geschädigt. Es werden immer mehr der zeckenbeliebten Stoffe gebildet und der Teufelskreis beginnt.

Weiterhin sind viele Zecken gegen diese „Chemiekeulen“ bereits immun geworden und außerdem wehren diese die Zecken nicht wirklich ab, sondern elimieren sie erst, wenn sie zubeißen. Trotzdem kann der Hund noch als Zeckenverteiler fungieren, da er für das Hallersches Organ und somit die Zecke extrem anziehend wirkt und sich diese dann in einer Vielzahl auf seinem Fell tümmeln.

Regelmäßiger Einsatz chemischer Zeckenmittel und mögliche Symptome

  • Verdauungsprobleme z.B. Durchfall
  • Häufiges Pfotenlecken
  • Starker Haarausfall
  • Mundgeruch bzw. schlechter Körpergeruch
  • Schmutzige und/oder entzündete Ohren
  • verstärkte Verhaltensprobleme
  • Augenausfluss
  • Juckreiz
  • Allergien

Ein natürlicher Zeckenschutz ist von Vorteil und kann täglich eingesetzt werden.

Natürliche Mittel gegen Zecken bei Hunden

Um den Hund für die Zecke so unatraktiv wie möglich zu machen, ist eine gesunde Lebensweise sowie die richtige nährstoffgerechte Ernährung und ein optimaler Säure-Basen Haushalt das Wichtigste, übrigens auch bei uns Menschen empfehlenswert!

Die zusätzliche Gabe von Bierhefe ( Vitamin-B-Komplex ) kann dabei einen ausgeglichenen Säure Basen Haushalt und ein gesundes Hautmilieu unterstützen und dient so gewissermaßen innerlich als Zecken Hunde Schutz.

Giftstoffe wie Medikamente, Impfungen, Wurmkuren usw. sollten weitestgehend vermieden und genauestens auf ihre Notwendigkeit geprüft werden.

Zur Zeckenabwehr und Unterstützung das ganze Jahr hindurch empfehlen sich folgende natürliche Zeckenmittel ohne Chemie:

  • Natürliche Fertigpräparatkombinationen aus ätherischen Ölen, die Zecken garnicht mögen und praktisch in der Handhabung sind, wie zum Beispiel Ani-Zeck von Anifit in der praktischen Sprühflasche, sind er ideale natürliche Zeckenschutz. Außerdem helfen diese ätherischen Öle auch oft gegen Flöhe, Milben und Co.
  • Zecken Hund Schutz mit Kokosöl. Es enthält Laurinsäure, das die Zecken nicht mögen. In Kombination mit einem gesunden Organismus bildet es eine gute Schutzfunktion gegen Zecken. Dafür einfach das Fell vor jedem Spaziergang mit etwas Kokosöl einreiben. Besonders die Bauch und Achselregion und den Kopfbereich beachten und auf jeden Fall ein gutes, natives Kokosöl benutzen. Kein raffiniertes!
  • Teebaumöl gegen Zecken beim Hund. Dieses ätherische Naturheilmittel stammt aus Australien und hat einen sehr intensiven Eigengeruch, der Parasiten wie Zecken fernhalten kann. Außerdem hat Teebaumöl eine antibakterielle und antiseptische Wirkung bei bereits vorhandenen Bisswunden. Aber bitte bei Hunden nur in kleinen Mengen einsetzen!
  • Neemöl als natürlicher Zeckenschutz, soll aber auch gegen Flöhe und Milben helfen.
  • Zistrose ( Cistus Incanus) bei Zecken. Die Zistrose soll ein hervorragendes Mittel zur Zeckenabwehr darstellen und hilft anscheinend sogar gegen Mücken bei Hund und Mensch.
  • Entgiftungskur als wirkungsvolle prophylaktische Maßnahme. Aber bitte bereits vor der Zeckenzeit durchführen.
  • Innerlich kann die Gabe von etwas Knoblauch oder Schwarzkümmelöl zur Zeckenabwehr helfen. Allerdings ist dies wegen der eventuell toxischen Wirkung umstritten.

Ungeachtet dessen sollte der Hund nach jedem Spaziergang nach Zecken abgesucht werden. Auch wenn sie sich nicht bei ihm festbeißen, kann er die Zecken trotzdem in seinem Fell haben und sie so in die Wohnung bringen, wo sie andere Tiere oder Menschen mit gefährlichen Krankheiten anstecken können.

Übertragbare Zecken Krankheiten

In den meisten Fällen ist die Zecke an sich garnicht gefährlich, sondern die von ihr übertragenen Krankheiten. Die kleinen Zecken beherbergen dabei viele verschiedene Krankheitserreger, die beim Blut saugen übertragen werden können. So können der geliebte Hund, aber auch wir Menschen mitunter schwer erkranken an:

  • Borreliose
  • Babesiose
  • FSME

  • Anaplasmose
  • Ehrlichiose
  • uvm.

In Deutschland kommt am häufigsten die heimtückische Borreliose vor. Jährlich werden mehrere Tausend Ansteckungsfälle bei Menschen und Tieren gemeldet. Ein Großteil davon bleibt sogar unerkannt!

Kein Wunder, denn Experten schätzen, dass etwa jede 3. Zecke den Borreliose-Erreger in sich trägt. Untersuchungen zufolge haben, je nach Region, 5 bis 20 % der Hunde Abwehrstoffe gegen Borrelien im Blut. Das ist bei uns Menschen leider nicht so und umso gefährlicher, wenn die Zecken ins Haus gelangen. Viele Hundebesitzer greifen dann gerne zu chemischen Mitteln, die widerrum mehr schaden als nutzen!

Außerdem hat eine aktuelle Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien² gezeigt, dass der übliche Zeckenschutz beim Hund oftmals nicht ausreicht. Daher ist es umso wichtiger, die Ursache zu bekämpfen und das Immunsystem des Hundes zu stärken, so dass Krankheiten erst keine Chance haben.

Was ist aber zu tun, wenn der Hund von einer Zecke gestochen wird?

Zeckenabwehr – Entfernen und Symptome

Oftmals sind Zecken beim Hund am Kopf, im Nacken, im Schulterbereich oder auf der Brust zu finden. Trotzdem sollte man sich selber und den Hund nach jedem Spaziergang gründlich überall absuchen. Je schneller dann die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Übertragungsrisiko einer gefährlichen Krankheit. Manche Erreger brauchen etwa 16-24 Stunden um von der Zecke auf den Wirt übertragen zu werden.

Zecke beim Hund entfernen

Zecken beim Hund entfernenMit einer speziellen Zeckenzange, einem Zeckenhaken oder auch einer Pinzette lässt sich die festgesogene Zecke entfernen. Wichtig ist darauf zu achten, sehr nah an der Haut und dem Zeckenkopf anzusetzen, um die Zecke nach Möglichkeit vollständig herauszulösen.

Bleibt der Kopf in der Haut des Hundes, können Entzündungen entstehen. Aber noch wichtiger ist es, den Körper der Zecke nicht zu zerquetschen, da sich hier die Erreger befinden. Die Zecke könnte sich übergeben und die Krankheitserreger so trotzdem in die Blutbahn des Hundes oder sogar in die eigene gelangen. Also die Zecke realtiv schnell, sorgsam und effektiv entfernen!

Wer sich das selber nicht zutraut oder bereits eine sehr große gerötete oder geschwollene Körperstelle sichtbar ist, sollte zum Tierarzt gehen.

Weiterhin sollte die herausgelöste Zecke nicht mit bloßen Händen zerdrückt werden, da auch hier eine gewisse Ansteckungsgefahr besteht. Besser ist die Zecke mit einem Stein zu zerdrücken oder auf einem Tuch mit einer Nadel zu zerstechen. Auch verbrennen oder in kochendes Wasser werfen, sind effektive Methoden Zecken zu töten. Zecken ins Klo werfen und runterspülen ist nicht zu empfehlen!³

Zeckenbiss Hund Symptome

Oftmals entsteht nach einem Zeckenbiss eine Rötung oder Schwellung, nachdem die Zecke beim Hund nicht ganz entfernt wurde, also der Kopf drin geblieben ist. Diese Rötung oder Schwellung kann natürlich auch auftreten, wenn die Zecke vollständig entfernt wurde, da jeder Hund und jedes Immunsystem auf einen Zeckenbiss anders reagiert. Ist der Zeckenbiss stark entzündet, empfiehlt sich auf jeden Fall, ein Tierarztbesuch.

Weitere typische Symptome beim Hund nach einem Zeckenbiss können auch Juckreiz, Fieber, Haarausfall, Appetitlosigkeit, Müdigkeit u.v.m. sein.

Abschließend lässt sich folgendes feststellen:

Zecken sind eine ernsthafte Bedrohung für Mensch und Tier. Sie sind extrem widerstandsfähige und zähe Plagegeister. Weltweit gibt es ca. 800 verschiedene Arten, von denen etwa 19 in Deutschland zu finden sind.

Am Bekanntesten sind hier wohl der Holzbock, die Auwaldzecke und die Braune Hundezecke. Tägliches Absuchen nach Zecken bzw. schnelles Entfernen, eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung und natürliche Zeckenschutzmittel sind die idealen Maßnahmen im Kampf gegen diese Parasiten!

¹http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/oppmannh_2001.pdf
²https://www.thieme.de/de/tiermedizin/wann-und-wo-zecken-hunde-stechen-39872.htm
³https://www.prosieben.de/tv/taff/video/deshalb-solltest-du-zecken-nicht-im-klo-runterspuelen-und-weitere-irrtuemer-ueber-die-blutsauger-clip

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