Mythen über Hunde

Mythen über Hunde

Mythen über Hunde gibt es viele, sei es zum Thema Ernährung, Hundeerziehung oder sonstigen Hundefragen. Einige Geschichten sind bereits seit Jahren überliefert und werden einfach so, ohne nachzufragen bzw. nachzudenken, weitergegeben.

Andere Hunde Mythen sind neu enstanden. Als sehr gutes Beispiel dienen hier wohl die Mythen rund ums Barfen. Aber spätestens wenn man sich als Hundebesitzer/in mit dem Thema Hund und seine Ernährung richtig und intensiv beschäftigt, wird vielen klar, dass es sich bei dem Großteil der Mythen über Hunde schlichtweg um Märchen handelt. Oftmals wurden sie sogar von der Industrie und Werbemittelbranche ganz gezielt so in Umlauf gebracht, damit letztendlich der Profit noch mehr steigt.

Zugunsten unserer geliebten Vierbeiner möchte ich in diesem Artikel mit so einigen Mythen rund um den Hund aufräumen. Denn Sie als liebende/r Hundehalter/in haben es verdient, die ganze Wahrheit zu erfahren!

Mythen der Hundefütterung

Besonders, wenn es um das Thema Fütterung der Hunde geht, sind zahlreiche Mythen im Umlauf. Egal ob es sich um Trockenfutter, Nassfutter, B.A.R.F. oder selbst zubereitete Portionen handelt. Die Mythen betreffen jede Art der Fütterung gleichermaßen. Doch im Grunde handelt es sich in den meisten Fällen lediglich um Thesen, die zudem noch kaum bis garnicht belegt sind. Trotzdem haben sie sich schnell verbreitet und halten sich hartnäckig in den Köpfen der Menschen.

Einen großen Anteil daran haben sicherlich die großen Futtermittelindustrien und die Werbung. So soll z.B. rohes Fleisch agressiv machen, Trockenfutter gegen Zahnstein helfen oder spezielles Diätfutter bei Übergewicht helfen. Diese und noch mehr Aussagen sind sicherlich jedem schon einmal zu Ohren gekommen.

Aber es geht noch weiter! Denn es kursieren überdies noch jede Menge Unwahrheiten und Lügen, gerade in Bezug auf das Barfen und Nassfutter, unter den Hundebesitzern herum. Viele davon enstehen einfach aus Unwissenheit, andere wurden gezielt so verbreitet.

Um die Ernährung des Hundes richtig zu verstehen, sollte man sich aber zuerst einmal damit beschäftigen. Außerdem sollte man sich die richtigen Gedanken zum Thema Hundernährung machen. Gerade bei der heutigen Anzahl an „Billigfutter-Angeboten“ und der enormen Werbeflut.

Mein Bitte an SIE

Stellen wir uns mal bitte folgendes Szenario vor: Ihr Hund ist auf sich selber gestellt und muss in der „BÖSEN“ freien Natur überleben. Der Hunger ist groß! Kein Herrchen oder Frauchen in Sicht, nur seine reinen Tier- und Überlebensinstinkte. Was würde dieser Hund wohl nur so allein tun?

1. Er würde erstmal ein paar Zutaten suchen und sich Trockenfutter Brocken backen?
2. Er würde sich ein paar Kartoffeln ausbuddeln oder etwas Getreide futtern.
3. Er würde ein Tier jagen und es mit Genuss vertilgen.

Nun stellen Sie sich bitte selber noch folgende Fragen:

– gäbe es Punkt 18 Uhr genau 400 g totes Beutetier?
– gäbe es spezielle Beutetiere nur für ältere Hunde (Senioren) oder nur für Welpen?
– gäbe es bereits zerlegte Beutetiere für Hunde mit Zahnproblemen?
– gäbe es Beutetiere mit extra zugesetzten Vitaminen, Mineralstoffen ect.?

Lassen Sie sich die Antworten bitte mal in Ruhe durch den Kopf gehen…

Wir Menschen sehen viele Dinge in Bezug auf unsere Hunde oft einfach zu dramatisch!

Was fressen Hunde?

Hunde sind keine reinen Fleischfresser, sondern zählen zu den Aasfressern. Also am liebsten mögen sie ihr Fressen so richtig stinkig und verbuddeln darum auch gerne Knochen und Co.
Sogar ihr nähester Verwandte, der Wolf, frisst den Darm-und Bauchinhalt seiner Beutetiere. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass der Hund zu einem Allesfresser¹ mutiert ist.

Natürlich muss auch der Organismus des Hundes mit Nährstoffen versorgt werden, um seine lebensnotwendigen Stoffwechselfunktionen gewährleisten zu können. Aber bitte mit den richtigen! Denn aufgrund einer falschen Ernährung können schnell Probleme und/oder Krankheiten entstehen. Daher ist es um so wichtiger auf die artgerechte Ernährung vom Hund zu achten.

Merke: Eine Katze ist, im Gegensatz zum Hund, ein reiner Carnivore (Fleischfresser). Mindestens 98 % des Katzenfutters muss aus Fleisch bestehen, da Katzen keine Stärke spalten können. Übrigens können das auch Welpen (Anm. d. R. Ernährung für Welpen) noch nicht und auch einige erwachsene Hunde haben so ihre Probleme mit der Stärke, wie sie zum Beispiel sehr hoch in Kartoffeln vorkommt. Hier ein sehr schöner Artikel dazu².

Nachfolgend sind nun die häufigsten Mythen zur Ernährung unserer Hunde aufgeführt und was tatsächlich dahinter steckt.

Gerüchte rund um die Hundernährung

Hunde Mythos Nummer 1

Es ist artgerecht und wichtig, seinen Hund einen Tag in der Woche fasten zu lassen!

Na klar und Oma auch gleich noch dazu 😉 Für das eintägige Fasten gibt es keinen sinnvollen Grund, außer eventuell bei einem Magen-Darm Infekt. Ein Tag Fasten reinigt weder den Darm, noch ist die Aussage, dass „Wölfe auch nicht jeden Tag fressen“ auf unseren Haushund zutreffend.

Zum Einen vertilgen Hunde nicht mit einmal 15 kg bei einer Mahlzeit und zum Anderen haben sich unsere Lieblinge im Laufe der Evolution an eine regelmäßige Fütterung gewöhnt. Unregelmäßigkeiten verursachen lediglich Stress beim Hund.

Egal welcher Profi das regelmäßige Hungern vorschlägt, machen Sie es Ihrem Hund zuliebe nicht. Hunde sind keine Wölfe, sie stammen lediglich von ihnen ab.

Hunde Mythos Nummer 2

Trockenfutter beugt Zahnstein vor!

Glauben Sie das wirklich? Kein Wunder, hat doch die Werbe- und die Futtermittelindustrie alles Mögliche dafür getan, uns Menschen diesen Mythos zu verkaufen! Fakt ist, dass Trockenfutter einfach eine bequeme Erfindung von den Menschen ist und in der Natur so nicht vorkommt!

Aus welchem Grund soll eigentlich Trockenfutter gegen Zahnstein beim Hund helfen? Wirken denn Kekse oder Chips bei uns Menschen gegen Zahnprobleme?

Haben Sie schon einmal einen Wolf oder eine Wildkatze mit Zahnstein gesehen! Sicherlich nicht, aber bei Hunden gibt es mehr als genug Zahnsteinproblemfälle. Durchaus viele bekommen sicherlich auch Trockenfutter. Daß Trockenfutter gegen Zahnstein hilft, ist einfach ein Märchen. Sicherlich sind die Brocken hart, aber beim ersten Biss zerbröseln sie bereits. Ein Abrieb kann garnicht erst stattfinden!

Außerdem muss der Hund um einiges mehr Flüssigkeit zu sich nehmen, als bei der Nassfütterung. Das begünstigt zusätzlich Nierenprobleme und andere Krankheiten. Die Neigung des Hundes Zahnstein zu bekommen, gehört unter anderem zu den angeborenen Schwächen³ und dem PH-Wert im Mund des Hundes.

Hunde Mythos Nummer 3

Trockenfutter enthält alle benötigten Vitamine, Mineralstoffe usw. !

Ständig wird es in der Werbung, auf der Verpackung oder sonst wo betont: „Trockenfutter mit extra Vitaminzusatz.“ „Im Trockenfutter sind alle Vitamine, Mineralstoffe enthalten usw.!“ Dass es sich aber gerade hier in den meisten Fällen um synthetisch, also künstlich hergestellte Vitamine und Mineralstoffe handelt, wissen viele sicherlich nicht. Diese künstlichen Vitamine können oftmals vom Körper garnicht verwertet werden. Was aber noch schlimmer ist, in zu hoher Dosis sind sie schadhafter für den Hund als zu wenig Vitamine oder Mineralien.

Der Organsimus vom Hund, wie übrigens auch unser menschlicher, kann lediglich natürliche Vitamine und Mineralstoffe richtig verwerten.

Hunde Mythos Nummer 4

Nassfutter verursacht Mundgeruch und wird garnicht vertragen!

Im Vergleich zum Trockenfutter kann der Hund direkt nach der Fütterung mit Nassfutter aus dem Maul riechen. Es kommt dabei immer auf das verfütterte Futter an, aber der Geruch sollte recht schnell wieder verfliegen. Ein Mythos ist es jedoch, dass Hunde, die mit Nassfutter gefüttert werden, grundsätzlich mehr aus dem Maul riechen als „Trockenfutterhunde“.

Weiterhin hört man auch ständig die Worte: „Mein Hund verträgt kein einziges Nassfutter!“ Das ist ebenfalls ein Irrglaube vieler Hundebesitzer. Wichtig ist die Zusammensetzung des Nassfutters. Auf dem handelsüblichen Nassfutterdosen steht oftmals „mind. 4% Fleisch und tierische Nebenprodukte“, was soviel bedeutet, wie max. 4% Fleisch und Nebenprodukte.

Für einen Fleischfresser? Aber das ist noch nicht einmal das Schlimmste. Viel schlimmer ist der jeweilige Inhalt: angefangen von verdorbenen Tierkadavern, über Gammelfleisch bis hin zu Sägemehl, Altölen usw. Eigentlich alles, was auf den Sondermüll gehört. Die großen Futtermittelhersteller bekommen Geld für die Abnahme und Geld für den Verkauf der Tiernahrung. Was will man mehr?

Alles auch nachzulesen in dem Buch „Katzen würden Mäuse kaufen!“ und noch anderer Literatur.

Da ist es natürlich kein Wunder, dass Bello dieses Nassfutter nicht verträgt und mit Durchfall und Co. reagiert. Auch eine Futterumstellung von minderwertigem Futter und/oder Trockenfutter auf ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil kann durchaus so gedeutet werden, als ob der Hund Nassfutter nicht verträgt.

Der komplette Stoffwechsel muss sich hier erst einmal umstellen und viele Hundebesitzer geben dann einfach viel zu schnell auf, anstatt die Futterumstellung langsam und andauernd (kann bis zu 8 Wochen gehen oder manchmal sogar noch länger) durchzuführen.

Frage: Wie würde denn Ihr Körper reagieren, wenn Sie jahrelang nur Chips, Kekse oder trockene Cornflakes in sich reingestopft hätten und nun auf einmal eine deftige Schweinshaxe essen? Probieren Sie es doch mal aus 😉

Hunde Mythos Nummer 5

Knochen sind für Hunde gefährlich!

Knochen splittern und der Hund soll davon einen Darmverschluss bekommen. Also sind sie gefährlich! Das wird immer wieder behauptet. Richtig ist, dass gekochte Knochen wirklich splittern und zu Verletzungen führen können, weil das Material spröde und brüchig wird.

Ein roher Knochen hingegen ist elastisch und sogar bestens zur natürlichen Zahnreinigung beim Hund geeignet. Auch verursacht die Gabe von Knochen in den seltesten Fällen einen Darmverschluss oder haben etwa ganze Wolfsrudel damit zu kämpfen?

Einzig der Kot kann bei der häufigen Gabe von Knochen fester, bröselig und sogar weiß werden. Es kann zum so genannter Knochenkot kommen. Dann aber einfach dem Hund weniger Knochen geben.

Hunde Mythos Nummer 6

Hunde dürfen kein Schweinefleisch essen!

Schweinefleisch ist für den Hund tabu!? Ganz so ist das nicht! Hunde dürfen Schweinefleisch fressen, nur darf es nicht roh sein. Denn rohes Schweinefleisch kann das Aujeszky-Virus enthalten, was die Pseudowut hervorruft und für den Hund tödlich endet. Daher dürfen Hunde Schweinefleisch fressen, wenn es nicht roh ist.

Hunde Mythos Nummer 7

Welpen benötigen extra Calciumzusätze für ihr Wachstum!

Das ist ein höchst fahrlässiger Mythos! Ein Zuviel an Calcium verursacht Skelettschäden bei den kleinen Welpen.

Hunde Mythos Nummer 8

Übergewichtige Hunde dürfen nicht zu viel Fett aufnehmen und brauchen extra Diätfutter!

Bei übergewichtigen Hunden muss die Energiebilanz verändert werden! Spezielles Diätfutter bringt nur der Futtermittelindustrie Nutzen (Profit), hilft aber in der Regel nicht gegen Übergewicht beim Hund. Oftmals ist solches Diätfutter einfach nur überteuert und die Zusammensetzung stimmt in keinster Weise.

In vielen Fällen handelt es sich dann auch noch um spezielles Diät Trockenfutter mit wenig Fettanteil. Doch nicht der Fettanteil ist entscheidend, sondern die Kohlenhydrate. Denn diese sind Dickmacher Nr. 1. Wenn dann also im Diättrockenfutter knapp 50% Kohlenhydrate enthalten sind und Mais, Reis & Co. noch ganz oben auf der Zutatenliste stehen, dann sieht es eher schlecht aus mit dem Abnehmen.

Nassfutter ist dann schon viel mehr für übergewichtige Hunde geeignet, aber auch hier sollte unbedingt auf die richtige Zusammensetzung und einen hohen Fleischanteil geachtet werden. Getreidefreies und stärkefreies Futter eignet sich hier wohl am besten!

Hunde Mythos Nummer 9

Durch rohes Fleisch werden Salmonellen und Bakterien auf den Hund übertragen!

Auch diese Aussage ist ein Märchen. Denn die Magensäure des Hundes hat einen absolut niedrigen ph Wert. Aus diesem Grund wird hier so gut wie jede Bakterie abgetötet! Allerdings können Salmonellen und Bakterien auf den Menschen übertragen werden, was gerade bei Kindern und älteren Leuten gefährlich ist.

Hunde Mythos Nummer 10

Hunde fressen nur soviel wie sie benötigen!

Leider stimmt das in der heutigen Zeit nicht mehr! Künstliche Aromastoffe, Geschmacksverstärker, Zucker usw. haben diesen Urinstinkt unserer Hunde bereits außer Kraft gesetzt.

Gerüchte rund um den Hund

Hunde Mythos Nummer 1

Hunde haben keine Schweißdrüsen – nur zwischen den Pfoten schwitzen sie!

Das ist so nicht richtig! Der Hund hat auf der kompletten Hautoberfläche Schweißdrüsen. An jedem Primärhaar befindet sich eine apokrine Schweißdrüse und eine Talgdrüse, welche zusammen für die Bildung des Hydro-Lipid-Films verantwortlich sind. Dieser schützt die Haut des Hundes.

Jedoch erfolgt die Kühlung beim Hund nicht durch Verdunstungskälte über die Schweißdrüsen wie bei uns Menschen. Der Hund hat hier andere Möglichkeiten zur Wärmeregulation. Hier ist der Wasserverlust auch deutlich geringer als beim Schwitzen. Vorallem gehen so auch keine Mengen- und Spurenelemente (Elektrolyte) verloren.

Hunde Mythos Nummer 2

Mein Hund ist unerziehbar!

Der Hund erzieht sich nicht selber, sondern wir Menschen erziehen ihn einfach falsch! Und manche Sachen sollten dem Hund erst garnicht angewöhnt werden. Eine Hundeschule kann hier wahre Wunder bewirken.

Hunde Mythos Nummer 3

Mein Hund tut niemanden etwas!

Diese Annahme stammt vom Menschen, nicht vom Hund. Es kann immer Situationen geben, in denen der Hund agiert und reagiert.

Hunde Mythos Nummer 4

Ich habe nicht genug Zeit für meinen Hund!

Dann muss man sich eben die Zeit nehmen oder man hätte sich erst gar keinen Hund anschaffen sollen!

Hunde Mythos Nummer 5

Mein Hund bleibt 8 Stunden ohne Probleme allein.

Was bleibt dem Armen auch anderes übrig! Schön ist es sicherlich nicht für ihn!

¹ – https://de.wikipedia.org/wiki/Allesfresser
² – http://www.sammys-futterschuessel.de/maerchen-von-der-staerke.html
³ – https://www.tierarzt-homoeopathie.de/hundekrankheiten/zahnstein-beim-hund/

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