Harnsteine beim Hund

Auch Hunde können von schmerzhaften Harnsteinen (Uratsteine) betroffen sein, genauso wie wir Menschen. Die Entstehung von Harnsteinen ist in den meisten Fällen multifaktoriell bedingt.

Das bedeutet also, dass Harnsteine grundsätzlich erst aufgrund von bestimmten (Vor)Erkrankungen, falscher Ernährung oder auch durch eine genetische Veranlagung bzw. Vorbelastung entstehen.

Die Ursache für Harnsteine

So können beispielsweise Leber- und Nierenerkrankungen, Blaseninfekte, ein erhöhter Kalzium Spiegel im Blut (Hyperkalzämie), Reabsorptionsstörungen uvm. Auslöser von Harnsteinen sein.

Aber auch eine falsche und/oder zu einseitige Ernährung begünstigt Harnsteine. Durch die Überversorgung mit harnsteinbildenden Stoffen kann zwangsläufig eine Übersättigung des Harns erfolgen. Des Weiteren kann der Urin pH-Wert aufgrund der Ernährung verschoben werden. 

Ein weiterer wichtiger Punkt der Harnsteinbildung ist eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme. Insbesondere Hunde, die mit Trockenfutter gefüttert werden, nehmen nicht genug Flüssigkeit auf. So reduziert sich natürlich das Urinvolumen und das biologische Gleichgewicht im Organismus des Hundes wird gestört, was wiederum zu Harnsteinbildung führen kann.

Weitere zusätzliche Faktoren, die bei der Entstehung von Harnsteinen bei Hunden eine wichtige Rolle spielen, sind zu wenig Bewegung und Fettleibigkeit (Adipositas).

Harnsteine beim Hund Arten

Es gibt bei unseren Haushunden ganz typische Arten von Harnsteinen. Dabei werden die unterschiedlichen Harnsteine stets nach ihren Bestandteilen unterschieden und in der Regel nach den jeweiligen Kristallablagerungen sowie dem Entstehungsort benannt. 

Verschiedene Harnsteine und ihre Bedeutung

Untersuchung beim Hund mit Harnsteine
Untersuchung beim Hund mit Harnsteine

Es gibt im Zusammenhang mit dem Wort Harnstein viele weitere Unterteilungen. So werden Harnsteine einmal in ihrem Vorkommen und nach ihrer Beschaffenheit unterteilt. Harnleitersteine sind demnach in der Harnleiter zu finden. Nierensteine entstehen in der Niere und Blasensteine befinden sich in der Blase. 

Die weiteren Arten wie beispielsweise Silikat- oder Kalziumoxalatsteine sind namentlich auf die Überversorgung mit den jeweiligen Nährstoffen zurückführen.

Am häufigsten kommen dabei Blasensteine beim Hund vor, insbesondere Struvitsteine, dicht gefolgt von Kalzium-Oxalatsteinen (ca. 30% der Erkrankungen) und Uratsteinen. Wobei diese Art der Harnsteine sehr häufig bei Dalmatinern auftritt.

Weiterhin sind noch Harnleitersteine, Nierensteine, Cystinsteine und Silikatsteine beim Hund vorzufinden.

Struvitsteine

Struvitsteine bestehen zum Großteil aus Magnesium und Phosphor und haben eine glatte Oberfläche. Im Grunde ähneln Struvitsteine  kleinen, hellen Kieselsteinen. Wie bereits erwähnt, kommt diese Unterart der Harnsteine bei Hunden am häufigsten vor.

Wichtig: Beim Futter unbedingt auf den Magnesium und Phosphorgehalt achten.

Kalziumoxalatsteine

Kalziumoxalatsteine werden oft auch Whewellit/Wedellitsteine genannt und bestehen aus Kalzium und Oxalat. Sie haben meist eine rauhe, spitze Oberfläche und sind eher kristallähnlich. Kalziumoxalatsteine sind beim Hund die zweithäufigst vorkommenden Harnsteine. 

Ältere Rüden und einige Hunderassen wie zum Beispiel der Bichon frisé, der Zwergschnauzer, der Lhasa Apso, der Shih Tzu oder auch der Yorkshire Terrier leiden besonders oft an diesen Harnsteinen.

Wichtig: Verzicht auf oxalathaltige Nahrungsmittel und dem Hund keinesfalls Kalzium in Form von Nahrungsergänzungsmitteln geben.

Uratsteine

Uratsteine oder auch Ammoniak-Uratsteine bestehen aus Harnsäure und entstehen in der Regel durch einen Defekt im Harnsäurestoffwechsel oder auch durch Lebererkrankungen. Sie sind rundlich, beige-braun mit einer glatten Oberfläche. Aufgrund eines Gendefekts sind Dalmatiner überdurchschnittlich oft von Uratsteinen betroffen. Aber auch der Zwergschnauzer und Yorkshire Terrier leiden häufig an Uratsteinbildung.

Wichtig: Dem Hund unbedingt purinarmes Futter füttern.

Cystinsteine

Cystinsteine sind eine eher seltene Form der Harnsteine beim Hund. Sie entstehen vermehrt bei Hunden mit der Stoffwechselerkrankung Cystinurie. Cystinsteine haben eine honiggelbe bis braunrote Färbung und eine weiche, speckige Oberfläche. Insbesondere Mastiff, Neufundländer und Irish Terrier sind besonders häufig von Cystinsteinen betroffen.

Wichtig: Auf eine verringerte Proteinzufuhr achten und bei Medikamenten unbedingt auf die Inhaltsstoffe achten, denn manche enthalten Cystin.

Silikatsteine

Auch Silikatsteine sind eher selten vorkommende Harnsteine. Sie bestehen aus Silikat und es wird vermutet,  dass zu viel Kleie oder Pflanzenfasern die Bildung von Silikatsteinen begünstigen.

Wichtig: Nicht zuviel Pflanzenfasern oder Kleie füttern.

Harnsteine bei Hunden Symptome

Wichtig ist nicht nur die unterschiedlichen Harnsteine beim Hund zu erkennen, sondern auch die Symptome richtig zu deuten. Allerdings können auch Blaseninfektionen oder Harnleitererkrankungen die folgenden Symptome auslösen. Bei Verdacht auf Harnsteine sollte deshalb unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden.

Symptome beim Hund

  • großer Harndrang
  • häufige Versuche Urin abzusetzen
  • beschwerlicher und schmerzhafter Urinabsatz
  • Harnträufeln oder Inkontinenz
  • Schmerzen im Bauchbereich
  • Blut im Urin

Harnsteine bei Hunden Behandlung

Abhängig von der jeweiligen Harnsteinart kann die Behandlung auf drei Arten erfolgen. 

  • durch eine Ernährungsumstellung
  • mit Hilfe von Medikamenten
  • durch eine Operation

Harnsteine Hund Ernährung

Die Harnsteinbildung kann auf unterschiedliche Weise durch eine falsche Ernährung begünstigt werden. Was wiederum im Umkehrschluss bedeutet, dass eine komplette Ernährungsumstellung gegen die Bildung bzw. Bekämpfung von Harnsteinen helfen kann.

Zunächst sollte Trockenfutter bei jeder Art von Harnsteinen zukünftig Tabu sein. Wichtig ist nämlich eine hoch konzentrierte Flüssigkeitsaufnahme, damit die Steine regelrecht herausgespült werden. 

Achtung: Da ein Trockenfutter gefütterter Hund  die 3,5fache Menge an Wasser trinken müsste, um zunächst das Futter richtig verarbeiten zu können, ist eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme hier rein rechnerisch schon nicht gegeben. Außerdem enthält Trockenfutter aufgrund der Herstellung zu viel Zusatzstoffe.

Bsp: Der Hund bekommt 300g Trockenfutter am Tag. Er müsste dann mindestens ca. 1 Liter Wasser trinken, schon allein ohne Harnsteinprobleme.

Besser ist es auf ein gesundes und natürliches Nassfutter umzusteigen, für ihn selber zu kochen oder den Hund zu barfen und ihn immer wieder frisches Wasser anzubieten. Wichtig ist auch beim jeweiligen Futter darauf zu achten, dass der Urin pH-Wert stimmt und die Ernährung insgesamt eher purinarm ist. 

Aber warum sollte jetzt die Flüssigkeitszufuhr erhöht werden?  Die erhöhte Flüssigkeitsaufnahme trägt wie gesagt, dazu bei, dass mehr Urin produziert wird. Dadurch muss der Hund mehr urinieren und die Harnwege werden ordentlich durchgespielt. Weiterhin hilft ein erhöhter Wasserkonsum dabei, die Konzentration an Mineralien zu reduzieren.

Tip: Zusätzlich zum Nassfutter, zu selbstgekochten Menüs oder Barf Rationen immer noch Wasser hinzufügen und unter das jeweilige Futter mischen.

Neben der Feuchtigkeit spielt auch das geeignete Hundefutter bei Harnsteinen eine entscheidende Rolle. Das Futter sollte dabei in der Regel individuell an den Hund angepasst werden und unterscheidet sich letztendlich auch von Harnstein zu Harnstein.

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Medikamente gegen Harnstein beim Hund

Kleinere Harnsteine beim Hund auflösen,  könnte durch die Gabe von bestimmten Medikamenten funktionieren. Die Behandlung von Hyperurikämie (erhöhter Harnsäurespiegel im Blut) mit dem Wirkstoff Allopurinol bei Harnsteinen beim Hund ist hier beispielsweise im Regelfall die erste Wahl.

Operation am Hund bei Harnsteinen
Operation am Hund bei Harnsteinen

Harnstein Operation beim Hund

Allerdings müssen manche Harnsteine beim Hund zwangsläufig mit einer Operation entfernt werden, da sie sich nicht mehr nur allein durch eine Ernährungsumstellung oder durch Medikamente auflösen bzw. bereits zu gross sind.

Die OP Kosten, um Harnsteine beim Hund zu entfernen, können dabei ganz schnell sehr teuer werden. Je nachdem was gemacht werden muss und wie bzw. wo die Harnsteine liegen.

Besser ist es also von Anfang an in ein hochwertiges und gesundes, aber vor allem geeignetes Hundefutter zu investieren, um möglichen Harnsteinen vorzubeugen.

Harnsteine beim Hund Homöopathie

Um Harnsteinen beim Hund vorzubeugen oder die Harnstein Therapie unterstützend zu begleiten, kann die Homöopathie helfen. Hier finden sich zahlreiche homöopathische Mittel wie Globuli, Bachblüten, Schüssler Salze oder Heilkräuter im Kampf gegen Harnsteine. Daher ist hier auch eine gezielte und individuell angepasste Beratung sinnvoll

Harnsteine bei Hunden vorbeugen 

Je nach Art des Harnsteinart gestaltet sich die Ernährung für den Hund verschieden.

Um ein Wiederauftreten von Harnsteinen zu verhindern oder Harnsteinen vorzubeugen, ist eine spezielle Diät erforderlich. Diese sollte individuell auf die jeweilige Harnsteinart und den Hund angepasst sein.

Da Harnsteine durch zu viele Proteine entstehen können, sollte vorbeugend die Proteinzufuhr im Futter reduziert werden. 

Harnsteine Hund Futter

Extrem wichtig ist es dann aber, dass die noch gefütterten Proteine im Hundefutter von hoher Qualität sind. Außerdem sollten zu hoch dosierte künstliche Mineralstoff-Präparate tabu sein. Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung nimmt der Hund bereits die wichtigen Mineralstoffe und Vitamine zu sich. 

Auf keinen Fall sollte ein Hund, der an Harnsteinen leidet oder gelitten hat, mit Trockenfutter gefüttert werden. Trockenfutter und Harnsteine beim Hund passen in keinster Weise zusammen! 

Denn die Mahlzeiten müssen, je nach Harnsteinart, individuell angepasst sein und auf jeden Fall viel Feuchtigkeit enthalten. Auch hier eine wichtiger Artikel: https://de.wikihow.com/Nierensteine-bei-Hunden-vermeiden

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